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Weitere Abschlüsse Priesterseminar

Im Priesterseminar des Erzbistums Köln leben und studieren rund 40 Seminaristen, Diakone, Neupriester und Ordensleute. Zum Priesterseminar gehört auch das Collegium Albertinum in Bonn. Es ist das Studienhaus für die Priesterkandidaten des Erzbistums Köln während ihres Theologiestudiums an der Bonner Universität. Das Priesterseminar ist eine selbstständige Anstalt öffentlichen Rechts und verfügt wie die Hohe Domkirche und das Domkapitel über eigenes Vermögen.

Die laufenden Haushalte der Einnahmen und Ausgaben verantworten der Regens des Priesterseminars beziehungsweise der Direktor des Collegium Albertinum. Dazu verfügen sie über Dispositionsfonds, die jährlich aus Zuweisungen des Erzbistums dotiert werden. Nach der Abrechnung des Wirtschaftsjahres fließen etwaige Überschüsse der Dispositionsfonds zurück an das Erzbistum.

Das Finanzvermögen des Priesterseminars ist im Lauf der Jahre hauptsächlich durch Schenkungen und Erbschaften entstanden und besteht im Wesentlichen aus Wertpapieren, Bankguthaben und Immobilien. Neben dem eigenen Vermögen existieren noch eine Studienstiftung sowie eine Mess- und Armenstiftung.

Über die Wirtschaftsplanungen des Priesterseminars und des Collegium Albertinum entscheidet der Seminarverwaltungsrat, der auch das Jahresergebnis feststellt. Die Jahresabschlüsse des Priesterseminars und des Collegium Albertinum sowie des zugehörigen Treuhandvermögens werden von der Revision geprüft.

Einnahmen und Ausgaben

Die Einnahmen des Priesterseminars und des Collegium Albertinum stammen zur Hälfte aus Zuweisungen des Erzbistums. Im Jahr 2014 waren dies rund 2,1 Mio. Euro, rund 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die zweite wesentliche Quelle zur Finanzierung des laufenden Etats sind mit rund 32 Prozent der Erträge Mieten und Erlöse aus der Beherbergung im Priesterseminar sowie für Veranstaltungen, Seminare und Ähnliches. Diese stiegen gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent auf 1,3 Mio. Euro. Die Erträge aus den Stiftungsmitteln – Kapitalerträge, Zinsen und weitere Mieteinnahmen – stiegen gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent.

Rund 54 Prozent der Aufwendungen sind Personalkosten. Mit rund 1,8 Mio. Euro lagen sie um knapp 10 Prozent höher als im Vorjahr. Instandhaltungs- und Bewirtschaftungskosten machen mit rund 1,1 Mio. Euro weitere 33 Prozent der Kosten aus. Weitere Aufwendungen entfallen unter anderem auf IT-Ausgaben und Kosten für die Ausstattung des Hauses. Nicht verbrauchte Mittel aus der Jahresrechnung werden jährlich an das Erzbistum zurückgeführt. 2014 waren dies rund 77.000 Euro.

Insgesamt steigen die Erträge des Priesterseminars um 4,9 Prozent, die Aufwendungen um 2,8 Prozent. Der Jahresüberschuss resultiert im Wesentlichen aus den Erträgen des Stiftungsvermögens und beträgt 792.000 Euro (Vorjahr: 689.000 Euro). Die Einnahmenüberschüsse des Jahres 2014 werden den Rücklagen zugeführt.

  2014 in TEUR 2013 in TEUR
Zuweisung Erzbistum Köln 2.109,3 2.053,1
Mieten, Pensionserlöse, Zinsen etc. 1.334,1 1.276,5
Kollekten und Spenden 9,1 1,8
Erträge aus Wertpapieren 595,2 515,1
Zinsen und ähnliche Erträge 162,1 167,5
Summe Erträge 4.209,8 4.014,0
Personalkosten 1.833,0 1.667,5
Allgemeine Verwaltungskosten 163,0 174,5
Instandhaltungs-, Bewirtschaftungskosten 1.141,0 1.160,1
Pensionskosten Seminaristen 98,0 110,3
Einrichtung, EDV-Ausstattung 84,5 109,4
Aufwendungen aus Zuweisungen und Zuschüssen 2,0 2,0
Abschreibungen 16,9 17,6
Rückführung überschüssige Zuweisungen 77,3 81,9
Summe Aufwendungen 3.415,7 3.323,2
Ergebnis vor Steuern 794,1 690,8
Steuern 1,7 1,7
Ergebnis nach Steuern 792,4 689,1

Vermögen und Zuordnung zu den Rücklagen

Die Sach- und Wertpapieranlagen sowie die Darlehensforderungen des Priesterseminars mit zusammen rund 30 Mio. Euro sowie die Bankguthaben mit rund 5,6 Mio. Euro entfallen fast vollständig auf das gestiftete Vermögen des Priesterseminars.

Vom Vermögen abzuziehen sind Verbindlichkeiten (insbesondere aus Lieferungen und Leistungen) sowie die Rückzahlungsverpflichtung an das Erzbistum. Daraus ergibt sich das Reinvermögen. Dieses stieg, bedingt durch die den Rücklagen zugeführten Finanzerträge, gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent auf 35,5 Mio. Euro.

Der größte Teil dieses Vermögens – rund 31,2 Mio. Euro – ist im Sinne der Priesterstiftungen zweckgebundenes Vermögen. Dessen Erträge dürfen ausschließlich für Zwecke der Priesterausbildung verwendet werden.

  2014 in TEUR 2013 in TEUR
Vermögensaufstellung
Sachanlagen 1.395,2 1.412,1
Wertpapieranlagen 28.261,5 27.666,4
Darlehensforderungen 399,6 343,4
Sonstige Forderungen 83,3 161,5
Bankguthaben und Kassenbestand 5.613,6 5.392,5
abzüglich sonstige Verbindlichkeiten -165,3 -169,0
abzüglich Rückstellungen 0,0 -9,2
abzüglich Rückzahlungsverpflichtung an das Erzbistum -77,3 -81,9
35.510,7 34.715,8
Rücklagen
Dispositionsfonds des Regens 224,1 221,7
Zweckgebundene Rücklagen 31.200,2 31.200,2
Rücklagen ohne Zweckbindung 4.086,4 3.294,0
35.510,7 34.715,8