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Weitere Abschlüsse Hohe Domkirche Köln

Der Kölner Dom ist die Bischofskirche des Erzbischofs. Eigentümerin ist aber die „Hohe Domkirche“, eine eigenständige Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR). Vertreten wird die Hohe Domkirche KdöR durch das Metropolitankapitel (Domkapitel), das für die Domkirche vergleichbar wie der Kirchenvorstand einer Pfarrgemeinde agiert. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts verfügt die Hohe Domkirche über einen eigenen Finanzhaushalt mit Einnahmen und Ausgaben. Das Rechnungswesen folgt kameralen Buchführungsstandards.

Das Rechnungswesen der Hohen Domkirche unterscheidet zwei Haushalte. In der „Dombaukasse“ werden die Bau- und Erhaltungsmaßnahmen am Dom gebucht, die dauerhaft den größten Ausgabenposten im Domhaushalt darstellen. Dieser Teil wurde in einen eigenen Unterhaushalt ausgegliedert, um die sachgerechte Verwendung der Mittel transparent zu machen. Der Haushalt der Domkirche im engeren Sinn wird als sogenannte „Domkirchenfabrik“ (von lat. „Fabrica Ecclesiae“) geführt. Er umfasst den „laufenden Betrieb“ im Dom: Gottesdienste, Seelsorge, Ausstattung sowie die Besichtigungen von Schatzkammer und Turm.

Der Haushaltsplan wird vom Metropolitankapitel aufgestellt. Die Jahresabschlüsse werden vom Metropolitankapitel festgestellt und vom Erzbischöflichen Generalvikariat und von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft. Die Dombaukasse unterliegt wegen der öffentlichen Zuwendungen zusätzlich der Prüfung durch die Bezirksregierung Köln.

Einnahmen und Ausgaben der Domkirchenfabrik

Die Einnahmen der Domkirchenfabrik bestehen im Wesentlichen aus Kollekten und Spenden sowie aus Entgelten für Turmbesteigungen, Besuche der Schatzkammer und Führungen. Das Erzbistum erteilt Zuweisungen zur Finanzierung der Personalkosten für die Gottesdienste (Küster, Kirchenmusik) sowie einzelne Sachkosten. Die Zuweisung stieg gegenüber dem Vorjahr um knapp 80.000 Euro, insbesondere durch Sonderzuweisungen im Rahmen der 850-Jahr-Feier der Heiligen Drei Könige. Weitere Einnahmen werden durch die Vermietung einiger Wohnungen sowie aus Kapitalanlagen erzielt. Einnahmen durch „Sonstige Kostenerstattungen“ umfassen Kostenbeiträge seitens der Dombaukasse für die Übernahme von Verwaltungsaufgaben und Erstattungen von Nebenkosten vermieteter Objekte. Während diese Einnahmen um rund 140.000 Euro stiegen, entfielen in diesem Jahr Einnahmen aus Nachlässen. Insgesamt gingen damit die Einnahmen der Domkirchenfabrik um rund 45.000 Euro (0,9 Prozent) zurück.

Den Einnahmen stehen vor allem Personalkosten gegenüber. Die Zuweisungen des Erzbistums decken einen großen Teil des Aufwands, den die Gottesdienste erfordern. Die Personalkosten für Domschweizer, Reinigungspersonal, Bewachung und Verwaltung trägt die Domkirche selbst. Der zweitgrößte Ausgabenposten sind die laufenden Sachkosten, unter anderem für Energie, Kerzen und Blumenschmuck sowie die Erhaltung der Ausstattung, insbesondere der Orgel. Diese Ausgaben stiegen gegenüber dem Vorjahr um rund 155.000 Euro, insbesondere aufgrund von erhöhten Kosten für Personalgestellungen durch Fremdfirmen. Hinzu kommen weitere Aufwendungen für die technische Instandhaltung, die nicht dem Bauerhalt und damit der Dombaukasse unterliegen, sowie Grundstücksaufwendungen.

Unter „zweckentsprechende Mittelverwendung“ fallen Ausgaben, die für festgelegte Zuwendungen und Stiftungen an die Dombaukasse weitergegeben oder beispielweise für die Caritas verwendet werden. Im Jahr 2014 fielen darunter insbesondere erhöhte Zuweisungen an die Dombaukasse, Ausgaben für die Sonderausstellung 850 Jahre Heilige Drei Könige und gegenüber dem Vorjahr erhöhte Instandsetzungsarbeiten an den Orgeln. Aufgrund der insgesamt deutlich höheren Mittelverwendung wurden die Rücklagen im Jahr 2014 lediglich mit knapp 83.000 Euro dotiert.

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Einnahmen und Ausgaben der Dombaukasse

Die Einnahmen der Dombaukasse stammen mit 255.000 Euro (Vorjahr: 300.000 Euro) aus Eigenmitteln, die von der Domkirche, dem Metropolitankapitel und der Kulturstiftung Kölner Dom getragen wurden. Den weitaus größten Teil der Einnahmen steuert der Zentral-Dombau-Verein bei – 2014 rund 3,6 Mio. Euro. Der Beitrag des Erzbistums umfasste 2014 rund 1,4 Mio. Euro (Vorjahr 1,2 Mio. Euro). Landes- und kommunale Mittel lagen stabil bei rund 930.000 Euro, während Zuschüsse aus Bundesmitteln, EU-Förderung oder von Stiftungen um etwa 160.000 Euro zurückgingen. Weitere Einnahmen entstehen aus speziellen Führungen durch die Domfundamente und über die Dächer des Domes sowie aus Kostenerstattungen, die anfallen, wenn Mitarbeiter der Dombauhütte für andere Haushalte des Metropolitankapitels tätig werden.

Die größte Ausgabenposition der Dombaukasse bilden die Personalkosten für die Mitarbeiter der Dombauhütte. Hinzu kommen die Vergütung von Leistungen durch Fremdfirmen sowie Material- und Verwaltungskosten.

Aufgrund der gesunkenen Einnahmen mussten zum Ausgleich der Ausgaben gut 18.000 Euro den Rücklagen entnommen werden.

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Übersicht Einnahmen und Ausgaben

  2014 in TEUR 2013 in TEUR
Dombesichtigung (Turmbesteigung, Schatzkammer, Führungen) 1.554,1 1.512,7
Kollekten, Opferstockeinnahmen, Spenden 1.454,4 1.344,1
Zuweisungen des Erzbistums 671,0 591,8
Erträge aus Vermietung und Verpachtung 344,8 337,7
Erträge aus Kapitalanlagen / Beteiligungen 195,7 223,4
Sonstige Einnahmen / Kostenerstattungen 754,6 614,9
Einnahmen aus Nachlässen 0,0 394,8
Entnahme aus den Rücklagen 0,0 0,0
Einnahmen Domkirchenfabrik 4.974,6 5.019,4
Eigenmittel (Metropolitankapitel, Hohe Domkirche, Kulturstiftung) 255,1 300,0
Zuschüsse des Zentral-Dombau-Vereins zu Köln 3.603,5 3.668,8
Zuweisungen des Erzbistums 1.400,0 1.194,4
Zuschüsse des Landes Nordrhein-Westfalen 767,0 767,0
Zuschüsse der Stadt Köln 162,2 166,4
Sonstige Zuschüsse 19,0 188,2
Einnahmen aus Spenden, Führungen etc. 162,0 124,2
Sonstige Einnahmen und Kostenerstattungen 270,9 412,4
Entnahme aus den Rücklagen 18,4 0,0
Einnahmen Dombaukasse 6.658,1 6.821,4
Einnahmen gesamt 11.632,7 11.840,8

Vermögen und Zuordnung zu den Rücklagen

Das Finanzvermögen der Hohen Domkirche besteht aus Wertpapieranlagen, Bankguthaben, Darlehensforderungen und einer Beteiligung am Gebäude des Domforums (vgl. dazu Erläuterungen im Abschluss des Erzbistums). Dieses Vermögen wird mit bestehenden Verbindlichkeiten verrechnet. Die zur Hohen Domkirche gehörenden Immobilien sind in den sonstigen Vermögensgegenständen enthalten. Dazu gehört insbesondere die Hohe Domkirche selbst nebst 26 Grundstücksparzellen, auf denen der Dom steht, sowie zwei Wohn– und Verwaltungsgebäude.

Das ausgewiesene Finanzvermögen von insgesamt rund 9,7 Mio. Euro ist indes nicht frei verfügbar. Vielmehr sind rund 82 Prozent des Kapitals zweckgebundenen Rücklagen zugeordnet, zum Beispiel für die Instandhaltung des Doms und anderer Gebäude, zur Erhaltung von Kunstwerken und der Orgel sowie für caritative Aufgaben. Auch der Rücklagenanteil aus der Beteiligung am Domforum zählt zum gebundenen Substanzkapital. Im Hinblick auf den Finanzbedarf der Hohen Domkirche umfasst das Rücklagenpolster einschließlich der frei verfügbaren Mittel, ungeachtet bestehender Zweckbindungen, etwa 83 Prozent eines Jahreshaushalts.

Vermögensübersicht

  2014 in TEUR 2013 in TEUR
Barvermögen, Sichteinlagen und Festgelder 990,0 1.664,9
Wertpapieranlagen / Namensschuldverschreibungen 6.916,1 6.324,1
Darlehensforderungen 1.892,4 1.894,6
Beteiligungen 1,8 1,8
Sonstige Vermögensgegenstände und Forderungen 397,2 315,4
abzüglich sonstige Verbindlichkeiten / Rückstellungen -489,1 -556,6
Finanzvermögen (= Rücklagenbestand) 9.708,4 9.644,2
     
Rücklagenbestand 9.708,4 9.644,2
davon
Rücklagen ohne Zweckbindung 1.701,4 1.537,3
Zweckgebundene Rücklagen 6.076,7 6.176,6
Rücklage / Substanzkapital aus der Beteiligung an der BRD Domkloster B. V. 1.930,3 1.930,3