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Jahresabschluss 2014 Risikobericht

Die Kirchensteuer ist die wichtigste Einnahmequelle des Erzbistums Köln. Da die weitere Entwicklung dieser Einnahmen nicht sicher zu prognostizieren ist, erwachsen dem Erzbistum daraus erhebliche Risiken. Ein Sinken des Kirchensteueraufkommens lässt sich nicht durch kurzfristige Strukturanpassungen ausgleichen.

Der gesamtwirtschaftliche Aufschwung in Deutschland hat sich weiterhin fortgesetzt. Die Euro-Krise, die Schuldenkrise Griechenlands, die Konfrontation mit Russland im Ukraine-Konflikt und auch die weiterhin angespannte Lage im Nahen Osten haben den Wirtschaftsmotor Deutschlands noch nicht gehemmt. Auch die dynamische Entwicklung des Arbeitsmarktes hält an. Der Anstieg der Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter hat einen positiven Einfluss auf das Kirchensteueraufkommen. Das Erzbistum Köln kalkuliert bei der Planung für das Wirtschaftsjahr 2015 mit einem Anstieg der Kirchensteuern um 4 bis 5 Prozent. Die Einnahmesteigerungen liegen allerdings deutlich unter den aktuellen und erwarteten Zahlen der öffentlichen Kassen.

Langfristig bleiben erhebliche Risiken bestehen, die die dynamische Entwicklung abschwächen oder sogar völlig beenden können.

Das Erzbistum Köln wirtschaftet im Gegensatz zu einem Gewerbebetrieb nicht mit einer Gewinnerzielungsabsicht. Daher werden aus Sicht eines vorsichtigen Kaufmanns den bestehenden künftigen Risiken und Verpflichtungen Finanzanlagen aus den verfügbaren Mitteln gegenübergestellt. Der Zinsertrag dieser Finanzanlagen ist dabei ein wichtiger Bestandteil in der fortgeführten Bewertung der Verpflichtungen. Die wirtschaftliche Lage des Erzbistums hängt deshalb auch von der Entwicklung der Finanzmärkte ab. Mit einer mittelfristigen Erholung der Rendite risikoarmer Zinspapiere ist derzeit nicht zu rechnen. Die durchschnittlich erzielbaren Renditen werden dadurch in den kommenden Jahren weiterhin sinken.

Die Finanzierung der erzbischöflichen Schulen ist durch das Ersatzschulfinanzierungsgesetz Nordrhein-Westfalen mit einer Refinanzierungsquote der anerkennungsfähigen Kosten von 94 Prozent abgesichert. Trotzdem sind Verschlechterungen der Finanzierungsbedingungen nicht völlig auszuschließen und stellen ein weiteres Risiko für das Erzbistum dar.

Die katholische Kirche ist durch Missbrauchsfälle und die Ereignisse im Bistum Limburg in den vergangenen Jahren in eine Vertrauenskrise geraten. Das Erzbistum Köln wirkt dieser Entwicklung mit einer Transparenz-Offensive entgegen. Der Anfang 2015 erstmals vorgelegte Jahresabschluss des Erzbistums Köln und weiterer Körperschaften im Erzbistum hat zu einem sachlichen und fruchtbaren Dialog in der Öffentlichkeit geführt. Das Erzbistum sieht sich dadurch ermutigt, den Dialog mit den Kirchenmitgliedern und der interessierten Öffentlichkeit fortzuführen und auszubauen.

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