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Jahresabschluss 2014 Erläuterungen zur Bilanz

Die Bilanz bildet die Vermögenssituation des Erzbistums Köln zum 31. Dezember 2014 ab. Die eine Seite (Aktiva) führt mit den Immobilien oder Wertpapieren die Vermögenspositionen auf. Die andere Seite (Passiva) zeigt, inwieweit diese Vermögenspositionen durch eigene oder fremde Mittel finanziert wurden.

Aktiva

A. II Sachanlagen

Sachanlagen: 651.989,3 TEUR

Die Sachanlagen umfassen in erster Linie die Gebäude und Grundstücke des Erzbistums Köln. Sie dienen größtenteils der kirchlichen Arbeit und bringen keinen wirtschaftlichen Ertrag.

A. II 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken: 606.835,8 TEUR

Bewertete Anteile am Immobilienvermögen

Grafik Bewertete Anteile am Immobilienvermögen

Die Bewertung der Immobilien richtet sich nach ihrer Nutzung. Kirchen und Kapellen sind aufgrund ihres Alters und fehlender wirtschaftlicher Erträge mit dem Grundstückswert und einem Erinnerungswert von 1 Euro zu bewerten. Schulen und andere Gebäude, die die Kirche nutzt, sind in der Eröffnungsbilanz zu Herstellungskosten unter Berücksichtigung der Restnutzungsdauer bewertet worden. Bei vermieteten Wohn- und Geschäftsgebäuden wurde das bei derartiger Nutzung übliche Ertragswertverfahren angewandt. Gleiches gilt für Erbbaugrundstücke und sonstige Immobilien. Der Wert der 2008 erstmals bilanzierten Gebäude wird seitdem entsprechend der Restnutzungsdauer linear abgeschrieben, Investitionen werden wertsteigernd aktiviert.

Auf der Grundlage der angewandten Bewertungsverfahren haben die Gebäude und Grundstücke des Erzbistums und des Erzbischöflichen Stuhls einschließlich der unselbstständigen Stiftungen einen Gesamtwert von rund 606,8 Mio. Euro. Fast die Hälfte dieses Vermögenswertes entfällt auf die vom Erzbistum betriebenen Schulen, mehr als ein Drittel auf kirchliche Gebäude und Tagungshäuser.

A. II 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau: 28.747,9 TEUR

Aus geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau wurden im Jahr 2014 insgesamt 14,8 Mio. Euro auf Grundstücke und Bauten umgebucht. Dies betrifft im Wesentlichen die Sanierung der Ursulinenschule, des Gymnasiums Hersel, des Erzbischöflichen Generalvikariats sowie des Suitbertus-Gymnasiums in Düsseldorf.

Die Zugänge zu den Anlagen im Bau setzen sich aus folgenden Maßnahmen zusammen:

Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau*

  TEUR
Erzbischöfiches Berufskolleg Köln 6.940,1
Sanierung Haus Altenberg 6.152,4
Umbau Abtei Siegburg 3.627,4
Sanierung Schieferdächer Generalvikariat, Köln 2.352,7
Bauabschnitt Rheintrakt Ursulinen-Schule, Hersel 2.383,4
Bau Mensa Suitbertus-Gymnasium, Düsseldorf 1.545,9
Bau Mensa St.-Ursulinen-Gymnasium, Brühl 786,3
Neubau Turnhalle Irmgardis-Gymnasium, Köln 686,0
Wohnhaus Gilbachstraße, Köln 580,8
Bauabschnitt Parktrakt Ursulinen-Schule, Hersel 323,6
Sonstige 951,0
  26.329,7

*: Zugänge im Jahr 2014

A. III. Finanzanlagen

Finanzanlagen: 2.489.582,7 TEUR

Zur Deckung zukünftiger Verpflichtungen aus seinen vielfältigen Aktivitäten und zur dauerhaften Finanzierung langfristiger Aufgaben benötigt das Erzbistum Kapital. Es besteht aus Immobilienanlagen, aus Beteiligungen an Unternehmen und zum größten Teil aus Wertpapieren. Die Anlagestrategie folgt präzise definierten Regeln. Sie unterliegen ethischen Anforderungen an die jeweiligen Anlageobjekte und zielen durch die Streuung auf verschiedene Anlageklassen auf Sicherheit und Rentabilität der Anlagen.

A. III. 1 Anteile an verbundenen Unternehmen

Finanzanlagen: 3.732,3 TEUR

Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen (Gesellschaftsanteil größer 50 Prozent) hat sich im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

Die Rheinwohnungsbau GmbH bewirtschaftete zum Stichtag 31. Dezember 2014 einen Bestand von 6.124 Wohnungen, größtenteils in Düsseldorf sowie in Duisburg und Berlin. Die überwiegend einfachem bis mittlerem Standard entsprechenden Wohnungen haben eine durchschnittliche Größe von 66 Quadratmetern. Der durchschnittliche Mietzins beträgt 6,46 Euro pro Quadratmeter.

Die gemeinnützige Katholische Jugendagentur Erzbistum Köln GmbH unterstützt die Jugendpastoral im Erzbistum über regionale Gesellschaften und arbeitet eng mit der Fachabteilung Jugendseelsorge des Erzbistums zusammen.

Die BRD Domkloster B. V. ist die Eigentümerin des Hauses Domkloster 3 in Köln, in dem unter anderem das Domforum als seelsorgliche Anlaufstelle im Herzen der Kölns betrieben wird. Die in der Bilanz unter A. III. 2 ausgewiesenen Ausleihungen betreffen ein Darlehen des Erzbistums an diese Gesellschaft.

A. III. 3. Beteiligungen

Beteiligungen: 20.652,5 TEUR

Die Minderheitsbeteiligungen des Erzbistums stellen sich zum 31. Dezember 2014 wie folgt dar.

Beteiligungen

  Buchwert in TEUR Beteiligung in TEUR
Bereich Immobilien    
Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH, Köln 15.358,1 41,51 %
Bereich Caritas und Gesundheitswesen    
Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft mbH, Köln 2.200,0 45,27 %
Caritas-Jugendhilfe-Gesellschaft mbH, Köln 1.800,0 50,00 %
Kplus GmbH, Solingen 629,0 37,00 %
Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf gGmbH, Düsseldorf 13,7 13,70 %
Krankenhaus Mörsenbroich-Rath GmbH, Düsseldorf 1,9 3,80 %
Bereich Bildung und Medien    
Tellux Beteiligungsgesellschaft mbH, München 552,0 9,68 %
KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH, Bonn 6,0 0,87 %
Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung von Wissenschaft und Bildung GmbH, Mainz 6,2 20,00 %
Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung von Wissenschaft und Bildung F.W.B. GmbH, Düsseldorf 5,5 20,00 %
Katholische Hochschule Gemeinnützige Gesellschaft mbH, Köln 5,1 20,00 %
Verlag Rheinischer Merkur Gesellschaft mbH i.L., Bonn 0,0 23,91 %
Summe* 20.577,5  

*: zzgl. einer Beteiligung im Sondervermögen i. H. v. 75 TEUR

Im Jahr 2014 sind zwei Beteiligungen aus dem Vermögen abgegangen. Über das Vermögen der Verlagsgruppe Weltbild GmbH ist am 1. April 2014 das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die SVG Sondervermögen Verwaltungsgesellschaft mbH i. L. wurde zum 31. Dezember 2014 aufgelöst, da die von der Gesellschaft verwalteten Immobilien veräußert wurden.

Die verbliebenen Gesellschaften umfassen eine Immobiliengesellschaft, fünf im Caritas- und Gesundheitswesen sowie sechs im Bereich Bildung und Medien tätige Unternehmen.

Die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft bewirtschaftet in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Berlin rund 11.500 eigene Wohnungen und Gewerbeeinheiten sowie 2.100 Garagen und Stellplätze. Darüber hinaus verwaltet die Gesellschaft rund 5.500 Wohnungen und Gewerbeeinheiten verbundener Unternehmen und 7.300 Wohnungen und Gewerbeeinheiten im Eigentum Dritter. Die durchschnittliche Wohnfläche der Wohnungen beträgt 64,8 Quadratmeter, der durchschnittliche Mietzins 5,95 Euro pro Quadratmeter.

Die beiden Caritas-Gesellschaften betreiben Heime und Pflegeeinrichtungen sowie weitere Einrichtungen, insbesondere der Jugend- und Behindertenhilfe mit fast 3.000 Plätzen. Hinzu kommen Wohneinrichtungen, zum Teil mit Betreuung, und Förderschulen.

Zum Bereich Bildung und Medien gehören die Tellux Beteiligungsgesellschaft mbH als Holding verschiedener Medien- und Produktionsgesellschaften, die KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH, die Katholische Hochschule gGmbH sowie zwei Trägergesellschaften für die Hochschule und ein Institut für Lehrerfortbildung.

Die Verlag Rheinischer Merkur Gesellschaft mbH befindet sich in Liquidation. Die Gesellschaft ist im Handelsregister jedoch noch nicht gelöscht.

Bei den in der Bilanz unter A. III. 4. aufgeführten Ausleihungen handelt es sich um zwei Darlehen an die beiden Caritas-Gesellschaften.

A. III. 5. Wertpapiere des Anlagevermögens

Wertpapiere des Anlagevermögens: 2.428.553,8 TEUR

Wertpapiervermögen

Das Wertpapiervermögen ist gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent gestiegen. Der Zuwachs spiegelt den Anstieg der Verpflichtungen wider, insbesondere die Zuführung zu den Pensionsrücklagen und Pensionsrückstellungen.

Die Kapitalanlagestrategie des Erzbistums Köln ist langfristig angelegt und folgt weitgehend den Maßgaben der Vorjahre. Sie orientieren sich an den Zielen, jederzeit zahlungsfähig zu sein, die Sicherheit und den Werterhalt des Substanzvermögens zu gewährleisten sowie ethische, nachhaltige Normen bei angemessenen Erträgen zu berücksichtigen. Das Erzbistum strebt keine Gewinnmaximierung an.

Die Strukturierung der Anlage berücksichtigt die kurz- und langfristigen Verpflichtungen des Erzbistums. Dazu zählen die laufende Umsetzung des Wirtschaftsplans sowie langfristig die Deckung der Versorgungsverpflichtungen und der Erhalt des Immobilienvermögens.

Die Anlagerichtlinien schließen Anteile oder Anleihen von Wertpapieremittenten aus, die ethischen Grundsätzen der katholischen Kirche widersprechen. Dazu gehören unter anderem Produkte und Dienstleistungen im Zusammenhang mit Abtreibung und Empfängnisverhütung, Waffen beziehungsweise Dienstleistungen im Zusammenhang mit Waffen, die Missachtung von Standards der Vereinten Nationen zur Kinderarbeit, Pornografie sowie Bestechung und Korruption. Ebenso unterbleiben Investitionen in Hedgefonds und Private Equity, weil diese Formen meist auf kurzfristige Gewinnmaximierung zielen.

Für die Kapitalanlage existiert ein besonderes Risikomanagement, wonach Risikonahme nur bei ausreichender Risikotragfähigkeit erfolgt und diese einem laufenden Risikocontrolling unterliegt. Im Jahr 2014 erfolgten keine Abschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens.

A. III. 6. Sonstige Ausleihungen

Sonstige Ausleihungen: 18.569,7 TEUR

Unter der Position „Sonstige Ausleihungen“ sind unter anderem Darlehen durch das Siedlungshilfswerk des Erzbistums Köln (Meister-Gerhard-Werk), den Caritas-Revolving-Fonds (für Investitionsbedarf in der Wohlfahrtspflege) sowie Genossenschaftsanteile der Pax-Bank eG bilanziert.

B. Umlaufvermögen

Umlaufvermögen: 458,6 TEUR

Im Umlaufvermögen dominieren Guthaben bei Kreditinstituten. Damit stellt das Erzbistum die Liquidität für die laufenden Auszahlungen sicher, insbesondere für Gehälter sowie die monatlichen Zuschüsse an Kirchengemeinden und andere Einrichtungen.

Wie in den Jahren zuvor standen dem Erzbistum auch 2014 durchgängig ausreichende liquide Mittel zur Verfügung. Zum Bilanzstichtag betrug der Guthabenstand knapp 234 Mio. Euro.

Passiva

A. Eigenkapital

Eigenkapital: 2.472.683,3 TEUR

Das Eigenkapital des Erzbistums Köln gliedert sich in das Bistumskapital und verschiedene Rücklagen. Ein großer Anteil des Eigenkapitals ist an spezifische Zwecke gebunden und steht nicht zur freien Verfügung. Das gesamte Eigenkapital liegt mit 2,473 Mrd. Euro nur geringfügig unter dem Wert des Jahres 2013 mit 2,479 Mrd. Euro. Von diesen 2,473 Mrd. Euro entfallen 1,636 Mrd. Euro auf zweckgebundene Rücklagen. Stellt man das Eigenkapital in Relation zur Bilanzsumme von 3,416 Mrd. Euro, ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 72,4 Prozent.

A. I. Bistumskapital & A. II. Ausgleichsrücklage

Bistumskapital: 822.733,8 TEUR
Ausgleichsrücklage: 620.000,0 TEUR

Das Bistumskapital ist mit 822,7 Mio. Euro unverändert zum Vorjahr. Auch die Ausgleichsrücklage notiert mit 620 Mio. Euro unverändert auf Vorjahresniveau. Diese Rücklage dient zur Deckung von Risiken und fungiert so als Puffer bei ungeplanten Schwankungen von Erträgen und Aufwendungen.

A. III. Bauerhaltungsrücklage

Bauerhaltungsrücklage: 601.000,0 TEUR

Die Bauerhaltungsrücklage liegt mit 601 Mio. Euro um 5 Mio. Euro über dem Vorjahreswert. Die Anpassung der Rücklage erfolgte auf Basis des Baupreisindex für Nordrhein-Westfalen. Im Erzbistum Köln und seinen Kirchengemeinden stehen etwa 600 denkmalgeschützte Kirchen und Kapellen. Den Erhalt dieser und anderer für das kirchliche Leben wichtiger Gebäude unterstützt das Erzbistum durch Zuweisungen. Die notwendige Instandhaltung der Gebäude ist mit erheblichen finanziellen Lasten verbunden und stellt eine dauerhafte Aufgabe auch für künftige Generationen dar.

A. IV. Rücklage für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Rücklage für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen: 414.951,7 TEUR

Für Priester und nach beamtenrechtlichen Grundsätzen beschäftigte Angestellte werden die Risiken für Pensionen und andere Verpflichtungen regelmäßig zum Bilanzstichtag ermittelt. Zum 31. Dezember 2014 werden die Pensions- und Beihilfeverpflichtungen mit einem Zinssatz von 2,50 Prozent berechnet. Aufgrund der Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten wurde der Zinssatz um 0,1 Prozentpunkte reduziert. Der Betrag, der die handelsrechtlich zulässigen Rückstellungen übersteigt, wird als Rücklage zur Risikovorsorge abgegrenzt und steht deshalb dem Erzbistum nicht als freies Kapital zur Verfügung. Die gesamten Pensionsverpflichtungen belaufen sich zum 31. Dezember 2014 auf 931,2 Mio. Euro (Vorjahr: 875,4 Mio. Euro).

A. V. Ergebnisrücklage

Ergebnisrücklage: 13.997,8 TEUR

Aus der Ergebnisrücklage wurden im Jahr 2014 zum Ausgleich des Jahresfehlbetrages sowie zur Dotierung der Pensionsrücklage und der Bauerhaltungsrücklage insgesamt 20,9 Mio. Euro entnommen.

B. Sonderposten

Sonderposten: 224.597,3 TEUR

Der Sonderposten aus zweckgebundenem Vermögen umfasst das Eigenkapital von insgesamt 95 rechtlich unselbstständigen Stiftungen, die vom Erzbistum Köln verwaltet werden. Das Reinvermögen von 215,4 Mio. Euro verteilt sich im Wesentlichen auf rund 23,1 Mio. Euro Sachanlagen (Grundstücke und Gebäude), 102,9 Mio. Euro Wertpapiere sowie rund 74,5 Mio. Euro Umlaufvermögen.

C. I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen: 516.225,0 TEUR

Das Erzbistum bildet für die Pensionsansprüche von Beamten und Priestern Rückstellungen nach anerkannten mathematischen Verfahren und gesetzlichen Kalkulationsvorgaben. Zum Bilanzstichtag gab es 1.635 Leistungsempfänger sowie 2.148 zukünftig Pensionsberechtigte.

Der Zinssatz für die Kalkulation der Pensionsrückstellungen sank gegenüber dem Vorjahr von 4,88 Prozent auf 4,54 Prozent. Dies führt zu einem erheblichen Nachdotierungsbedarf der Pensionsrückstellungen und erhöht den Personalaufwand. Insgesamt stiegen die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 45,8 Mio. Euro.

C. II. Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen: 45.950,5 TEUR

Die sonstigen Rückstellungen entfallen zum größten Teil auf das sogenannte Kirchensteuer-Clearing.

Die Kirchenlohnsteuer steht den Diözesen zu, in deren Gebiet die jeweiligen Katholiken wohnen. Die Finanzämter überweisen die Kirchenlohnsteuer aber an die Diözesen, in denen der jeweilige Arbeitgeber seinen Sitz hat. Mit dem Kirchensteuer-Clearing nehmen die Bistümer eine entsprechende Umverteilung nach einem Kirchenlohnsteuer-Verrechnungsverfahren vor. Aufgrund der zeitlichen Verzögerung dieses Verfahrens waren zum Abschlussstichtag die Jahre 2012 bis 2014 noch nicht endgültig abgerechnet. Deshalb hat das Erzbistum Köln für mögliche Nachzahlungsverpflichtungen eine Rückstellung in Höhe von 22,7 Mio. Euro für die noch nicht verrechneten Jahre gebildet.

2014 wurde das Jahr 2011 verrechnet. Danach ist der Anteil des Erzbistums Köln am gesamten Kirchensteueraufkommen von ursprünglich prognostizierten 10,21 Prozent auf 10,19 Prozent deutlich gesunken. Hierdurch wurden höhere Abschlagszahlungen für das Clearing fällig und eine Rückstellungszuführung um 13,6 Mio. Euro notwendig, unter anderem aufgrund der Nachdotierung früherer Jahre.

Sonstige Rückstellungen

  TEUR
Kirchensteuerclearing 22.700,0
KZVK-Sanierungsgeld 8.750,0
Ausstehender Urlaub, Mehrarbeit und sonstige Personalrückstellungen 2.993,7
Altersteilzeit 2.195,0
Neubau KAG Neuss e. V. 4.400,0
Übrige 4.911,8
  45.950,5

Die Rückstellung für die Katholische Arbeitsgemeinschaft für Weiterbildung KAG Neuss e. V. bezieht sich auf einen bereits zugesagten Zuschuss für einen Neubau am Standort des Edith-Stein-Hauses. Mit dem Neubau geht eine Konzentration auf künftig einen Standort einher.

D. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten: 144.680,6 TEUR

Die Verbindlichkeiten des Erzbistums Köln belaufen sich zum 31. Dezember 2014 auf 144,7 Mio. Euro, davon hat der überwiegende Teil (143,2 Mio. Euro) eine Laufzeit von bis zu einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber den Kreditinstituten sind vollumfänglich durch Grundschulden abgedeckt.

Mit 106,2 Mio. Euro entfällt der größte Teil auf Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Körperschaften. Mehr als die Hälfte davon sind bewilligte Bauzuschüsse an Kirchengemeinden und andere Einrichtungen sowie rund 25 Mio. Euro Verbindlichkeiten aus dem Kirchensteuer-Clearing.