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Finanzplan 2016 Erläuterungen zu den verschiedenen Aufgaben­bereichen

Territoriale Seelsorge

Territoriale Seelsorge: 230.833,8 TEUR

Die Territoriale Seelsorge bezeichnet im Wesentlichen die Pfarrseelsorge auf dem Gebiet des Erzbistums Köln. Die Aufwendungen enthalten allgemeine Zuweisungen für Betriebs- und Personalkosten in den Kirchengemeinden (Planung 2016: rund 123 Mio. Euro ) und zusätzliche Zuschüsse, zum Beispiel für Baumaßnahmen an Kirchen, Versammlungsflächen und sonstigen Gebäuden (Planung 2016: mehr als 36 Mio. Euro). Rund 36 Prozent der verfügbaren Kirchensteuereinnahmen fließen in diesen Bereich. Auch die Personalkosten der pastoralen Dienste in Kirchengemeinden und in den Seelsorgebereichen (2016: rund 64,5 Mio. Euro) fließen in diese Position ein. Die Budgetsteigerungen resultieren im Wesentlichen aus den tariflichen Personalkostenerhöhungen.

Kindertagesstätten

Kindertagesstätten: 63.280,6 TEUR

Die Wirtschaftsplanung der Kindertagesstätten umfasst die Zuweisungen des Erzbistums Köln (Trägeranteile) für die derzeit 560 Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen sowie weitere 9 Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz in pfarrlicher Trägerschaft. Die Zuweisungen zu den Betriebs- und Sachkosten betragen rund 34 Mio. Euro. Hinzu kommen Investitionszuweisungen für Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen in den Kindertagesstätten in Höhe von 28 Mio. Euro. Insgesamt fließen mehr als 10 Prozent der verfügbaren Kirchensteuermittel in den Betrieb der Kindertagesstätten.

Jugendseelsorge

Jugendseelsorge: 22.082,6 TEUR

Zum Aufgabenbereich gehört der Betrieb der Jugendbildungsstätten Steinbachtalsperre, Haus Altenberg und Haus Venusberg. Hinzu kommen die Personalkosten sowie Zuweisungen und sonstige Aufwendungen an die Träger der Jugendpastoral. Dazu zählen die Katholischen Jugendagenturen sowie die verschiedenen Jugendverbände. Für das Wirtschaftsjahr 2016 liegt der Gesamtbedarf bei mehr als 22 Mio. Euro. Davon werden rund 17 Mio. Euro aus Kirchensteuermitteln finanziert, etwa 5 Mio. Euro stammen aus sonstigen Erträgen. Die geplante Erhöhung des Bedarfes resultiert aus der Neuzuordnung des Aufgabenfeldes „Katholische Jugendvereine und sonstige kirchliche Rechtsträger“ in diesen Aufgabenbereich (3,5 Mio. Euro).

Erwachsenenseelsorge

Erwachsenenseelsorge: 11.049,7 TEUR

Neben der Frauen-, Männer- und Altenpastoral sowie der Ehe- und Familienpastoral zählen zur Erwachsenenseelsorge die verschiedenen Erwachsenenverbände wie zum Beispiel das Kolpingwerk und die Katholische Frauengemeinschaft. Im Wirtschaftsplan 2016 sind zudem erstmals die Citypastoral und die Telefonseelsorge diesem Aufgabenbereich zugeordnet. Insgesamt werden rund 11 Mio. Euro aus den verfügbaren Kirchensteuermitteln benötigt.

Weitere kategoriale Seelsorge

Weitere kategoriale Seelsorge: 21.158,0 TEUR

Neben der Jugend- und Erwachsenenseelsorge zählen zur kategorialen Seelsorge auch die Seelsorge im Sozial- und Gesundheitswesen. Sie umfasst unter anderem die Krankenhaus-, Altenheim-, Polizei- und Behindertenseelsorge sowie die kirchliche Arbeit in den Justizvollzugsanstalten. Auch die Zuschüsse für fremdsprachige Missionen und Gemeinden werden über die kategoriale Seelsorge finanziert. 2016 sind dafür insgesamt rund 21 Mio. Euro eingeplant. Mehr als 18 Mio. Euro werden dabei aus dem zur Aufgabenerfüllung verfügbaren Budget der Kirchensteuer finanziert. Die Budgeterhöhungen resultieren im Wesentlichen aus tariflichen Personalkostensteigerungen.

Schule und Hochschule

Schule und Hochschule: 176.195,7 TEUR

Zu den Engagements des Erzbistums Köln im Bildungsbereich gehören insbesondere die erzbischöflichen Schulen. Dies sind die 30 staatlich genehmigten Ersatzschulen (17 Gymnasien, 6 Realschulen, 4 Berufskollegs, 1 Gesamtschule, 1 Grund- und Hauptschule, 1 Grundschule) und die Musikschule des Kölner Domchores als Ergänzungsschule.

In diesen Schulen unterrichten über 1.800 Lehrkräfte rund 23.000 Schülerinnen und Schüler.

Mit rund 160 Mio. Euro ist der Betrieb dieser Schulen einer der größten Posten im Finanzplan. Über Zuschüsse des Landes Nordrhein-Westfalen werden davon rund 120 Mio. Euro refinanziert. Mit der Bereitstellung und Instandhaltung der Gebäude und seinem Anteil an den laufenden Kosten leistet das Erzbistum einen wichtigen Beitrag in der wertebezogenen Bildungsarbeit. Für das Wirtschaftsjahr 2016 sind Gebäudeinstandhaltungsprojekte in Höhe von mehr als 6 Mio. Euro vorgesehen.

Zu den Aufwendungen für Schulen und Hochschulen zählt auch die Finanzierung der Katholischen Hochschulgemeinden sowie der Schulseelsorge und der schulischen Religionspädagogik. Hinzu kommen die für die Aufgaben anfallenden Verwaltungskosten, so dass der Gesamtaufwand für diesen Aufgabenbereich bei über 176 Mio. Euro liegt.

Nach den Schulrefinanzierungszahlungen und anderen Erträgen fließen letztlich rund 56 Mio. Euro aus den Kirchensteuererträgen in den Aufgabenbereich Schule und Hochschule. Dies entspricht mehr als 9 Prozent der zur Verfügung stehenden Kirchensteuermitteln.

Erwachsenenbildung

Erwachsenenbildung: 14.445,4 TEUR

Mit 11 regionalen Katholischen Bildungswerken und 9 Katholischen Familienbildungsstätten bietet das Bildungswerk des Erzbistums Köln ein breites Programmspektrum, das der Weiterbildung der Teilnehmer aus Gemeinden, Institutionen und Verbänden zugute kommt und darüber hinaus einen großen Beitrag zur Eingliederung von Flüchtlingen und Migranten leistet. Das Edith-Stein-Exerzitienhaus ergänzt das Angebot mit Einkehr- und Besinnungstagen.

Der geplante Aufwand von rund 14,4 Mio. Euro entsteht insbesondere durch die Personalaufwendungen für und Zuschüsse an die Bildungswerke der Regionen (über 8 Mio. Euro) sowie die geplanten Zuschusszahlungen unter anderem an die Familienbildungsstätten.

Die Neuzuordnung des Aufgabenfeldes Citypastoral in den Aufgabenbereich Erwachsenenseelsorge führt zu einer Reduzierung des geplanten Budgets im Vergleich zum Vorjahr.

Bischöfe, Bischofsvikare, Offizialat, Erzbischöfliches Haus

Bischöfe, Bischofsvikare, Offizialat, Erzbischöfliches Haus: 3.689,2 TEUR

In diesem Bereich werden im Wesentlichen die laufenden Kosten für die Aufgabenerfüllung und die Instandhaltung der genutzten Gebäude sowie die Personalkosten der Bischöfe, Bischofsvikare, des Offizialates und des Erzbischöflichen Hauses abgebildet. Insgesamt werden dafür rund 2 Mio. Euro aus Kirchensteuern benötigt. Das entspricht 0,3 Prozent der verfügbaren Kirchensteuermittel. Gegenüber den Vorjahren sinkt das Budget, da verschiedene Projekte und Sondermaßnahmen abgeschlossen wurden.

Erzbischöfliche Einrichtungen und Gebäude

Erzbischöfliche Einrichtungen und Gebäude: 24.521,9 TEUR

Zu den Erzbischöflichen Einrichtungen zählen die Priesterseminare, das Diakoneninstitut sowie die wissenschaftlichen Institutionen des Erzbistums und die Kirchen in Trägerschaft des Erzbistums (Groß St. Martin, St. Maria Himmelfahrt, Minoritenkirche in Köln, St. Michael in Siegburg sowie sieben weitere kleinere Kirchen und Kapellen).

Auch das Diözesanmuseum Kolumba, die Diözesan- und Dombibliothek und das Historische Archiv gehören dazu. Für die Erzbischöflichen Einrichtungen sind insgesamt Aufwendungen in Höhe von mehr als 13 Mio. Euro geplant. Aus dem Budget werden unter anderem die Personalkosten sowie die Gebäudeinstandhaltung und -bewirtschaftung der genannten Einrichtungen sowie Aufwendungen für Ausstellungen und Tagungen getragen.

Darüber hinaus gehören zu diesem Bereich die Instandhaltungs- und Bewirtschaftungsbudgets für die Gebäude des Erzbistums von insgesamt rund 11 Mio. Euro. Durch die Investitionen aus den Vorjahren liegt das Volumen der geplanten Abschreibungen für 2016 bei rund 1,7 Mio. Euro.

Insgesamt belaufen sich die geplanten Aufwendungen auf mehr als 24,5 Mio. Euro. Knapp 58 Prozent davon werden aus eigenen Erträgen – im Wesentlichen Mieterträge – finanziert. Aus den zur Verfügung stehenden Kirchensteuermitteln werden rund 10 Mio. Euro zur Finanzierung benötigt. Das entspricht einem Anteil von 1,7 Prozent.

Erzbischöfliche Verwaltung

Erzbischöfliche Verwaltung: 69.225,3 TEUR

Die Verwaltungskosten sind als Dienstleistung für das gesamte Erzbistum Köln anzusehen. Die Erzbischöfliche Verwaltung unterstützt die weiteren Aufgabenbereiche in sämtlichen administrativen Aufgaben und Anliegen.

Von den Kosten in Höhe von insgesamt mehr als 69 Mio. Euro sind rund 26,6 Mio. Euro Personalkosten. Hinzu kommen Aufwendungen für die Altersversorgung und Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von über 7 Mio. Euro. Im Budget der Erzbischöflichen Verwaltung sind darüber hinaus Zuweisungen und Zuschüsse an verschiedene Träger und Institutionen enthalten, unter anderem rund 2 Mio. Euro Zuschuss an das Domradio. Zudem fallen verschiedene administrative Projekte in einer Gesamthöhe von 2,5 Mio. Euro unter diesen Aufgabenbereich. Für das Wirtschaftsjahr 2016 sind außerdem Aufwendungen für EDV-Leistungen in Höhe von 8,9 Mio. Euro geplant.

Zur Finanzierung der verschiedenen Aufgaben innerhalb der Erzbischöflichen Verwaltung werden knapp 43 Mio. Euro aus den zur Verfügung stehenden Kirchensteuermitteln benötigt. Gegenüber dem Plan 2015 ist der Anteil auf 7 Prozent gestiegen, da bisher hier eingesetzte Finanzerträge für die Sicherung der Altersversorgung verwendet werden müssen.

Caritas

Caritas: 52.884,3 TEUR

Das Erzbistum Köln unterstützt mit jährlichen Zuschüssen von mehr als 52 Mio. Euro aus Kirchensteuermitteln (rund 9 Prozent) die vielfältige Arbeit der Caritas. Diese Zuschüsse werden gezielt für bestimmte Fachbereiche innerhalb der Caritas ausgegeben. Dazu zählen die Finanzierung des laufenden Bedarfs in 14 Caritas- und 27 Fachverbänden, der Diözesan-Caritasverband, die Schwangerschaftsberatung „esperanza“, die Caritas-Pflegestationen, Fachdienste und Zentren für Integration und Migration sowie Erziehungsberatungsstellen. Das Erzbistum übernimmt in diesen Einrichtungen zwischen 25 und 75 Prozent der Personal- und Betriebskosten.

Tagungshäuser

Tagungshäuser: 18.910,7 TEUR

Das Erzbistum Köln unterhält vier Tagungshäuser als Bildungseinrichtungen für Erwachsene: das Maternushaus, das Katholisch-Soziale Institut, das Kardinal Schulte Haus und das Haus Marienhof. Das für 2016 geplante Budget beträgt rund 19 Mio. Euro. Davon entfallen rund 9,7 Mio. Euro auf die Personalkosten, 1 Mio. Euro auf Instandhaltungsmaßnahmen und mehr als 2,5 Mio. Euro auf Bewirtschaftungsaufwand (Strom, Wasser, Reinigung). Von dem notwendigen Budgetbedarf werden mehr als 10,5 Mio. Euro aus den eigenen Erträgen der Tagungshäuser refinanziert.

In den vergangenen Jahren hat das Erzbistum erheblich in die Instandhaltung der Tagungshäuser investiert. Die Modernisierungsmaßnahmen im Kardinal Schulte Haus konnten erfolgreich abgeschlossen werden, was zu einer Reduzierung des Budgetbedarfes im Wirtschaftsjahr 2016 führt.

Mission und Entwicklungshilfe

Mission und Entwicklungshilfe: 25.269,3 TEUR

Traditionell engagiert sich das Erzbistum Köln personell und wirtschaftlich in besonderer Weise für die Weltkirche und Weltmission. Dabei werden jährlich zahlreiche Projekte in aller Welt unterstützt. Hinzu kommt die über den Haushalt der Bischofskonferenz finanzierte Arbeit der kirchlichen Hilfswerke.

Die geplanten Zuschüsse an die Mission entsprechen 3,5 Prozent des für das Wirtschaftsjahr 2016 geplanten Netto-Kirchensteueraufkommens. Hinzu kommen Zuschüsse für die Katastrophenhilfe und an die Seminaristen in Brasilien sowie ein Sonderbudget von 2 Mio. Euro als Notfallhilfe in Krisenregionen, vor allem in Syrien. Das geplante Budget für 2016 liegt so bei insgesamt mehr als 25 Mio. Euro.

Gemeinsame Aufgaben der Bistümer

Gemeinsame Aufgaben der Bistümer: 21.846,3 TEUR

Das Erzbistum Köln beteiligt sich auf Bundes- und Landesebene an der Finanzierung zahlreicher überdiözesaner Aufgaben. Dazu gehören unter anderem die weltkirchliche Förderung, kirchliche Medien und katholische Fakultäten.

Das Erzbistum Köln leistet zu diesen Aktivitäten einen Anteil von 10 Prozent und wendet dafür 2016 rund 20 Mio. Euro auf.

Im gemeinsamen Haushalt der NRW-Bistümer sind die Katholische Fachhochschule, das Katholische Büro in Düsseldorf und das Institut für Lehrerfortbildung zu nennen. Der finanzielle Beitrag jedes Bistums richtet sich dabei nach der Finanzkraft, die sich aus dem Pro-Kopf-Kirchensteueraufkommen ableitet. Der Anteil des Erzbistums Köln beträgt rund 33 Prozent und liegt damit für 2016 bei 1,3 Mio. Euro.

Altersversorgung

Altersversorgung: 73.768,2 TEUR

Im Bereich der Altersversorgung wird die Auflösung, Inanspruchnahme und Zuführung zu der Pensionsrückstellung und der Beihilferückstellung des Erzbistums Köln geplant. Vom Wirtschaftsjahr 2016 an fließen die Kapitalerträge aus dem Versorgungsfonds direkt in die Budgetrechnung für die Altersvorsorge ein.

Für das Jahr 2016 plant das Erzbistum einen Gesamtaufwand von 74 Mio. Euro für Altersvorsorge. Der Aufwand ergibt sich aus der geplanten Aufzinsung der Vorsorgeansprüche (rund 21,1 Mio. Euro) und dem zusätzlichen Rückstellungsbedarf aufgrund sinkender Rechnungszinsen. Aus Kirchensteuermitteln werden hierfür rund 48,5 Mio. Euro (8 Prozent) benötigt.

Aufwendungen aus der Kirchensteuer

Aufwendungen aus der Kirchensteuer: 29.763,9 TEUR

Für die Erhebung der Kirchensteuer erhalten die Finanzämter eine Gebühr von 3 Prozent der Steuereinnahmen in Nordrhein-Westfalen beziehungsweise 4 Prozent in Rheinland-Pfalz, insgesamt rund 25,5 Mio. Euro. Außerdem wird ein Anteil für die Aufgaben des Militärbischofs, Rückzahlungen aus der Kirchensteuer und für andere Verpflichtungen abgeführt.

Sondervermögen

Sondervermögen (unselbstständige Stiftungen): 6.424,0 TEUR

Bei den Sondervermögen handelt es sich um die Aufwendungen der vom Erzbistum verwalteten unselbstständigen Stiftungen. Rund 3,1 Mio. Euro fließen direkt den Stiftungszwecken zu. Weitere Aufwendungen entstehen unter anderem durch die Instandhaltung der Stiftungsimmobilien. Das Budget steigt gegenüber dem Vorjahr, weil höhere Aufwendungen anfallen. Es fließen keine Kirchensteuermittel in die unselbstständigen Stiftungen.