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Barmherzigkeit Willkommenskultur im Bergischen Land

Herzlich willkommen, mire se vini, welcome – so werden Flüchtlinge in Kürten begrüßt. Vielleicht liegt es daran, dass die Kirchenfenster der St. Nikolaus-Kirche in Kürten-Dürscheid die Werke der Barmherzigkeit darstellen. Das Besondere: Der Künstler Hans Lünenborg ordnete die Werke beliebten Heiligen zu. So ist Mutter Teresa beim leiblichen Werk „Hungrige speisen“ zu sehen und beim Werk „Fremde beherbergen“ Don Bosco, der sich zeitlebens für junge Menschen, Flüchtlinge und Migranten eingesetzt hat. Don Bosco wäre mit Sicherheit ziemlich stolz auf all das, was in Kürten zurzeit geschieht, denn hier werden Tag für Tag viele Werke der Barmherzigkeit ganz selbstverständlich umgesetzt.

Willkommenskultur Fahrradwerkstatt
Die Fahrradwerkstatt des Kürtener Flüchtlings-Netzwerks „Fluchtpunkt“ ist zweimal in der Woche geöffnet. Engagierte Ehrenamtliche machen hier Zweiräder verkehrs­tauglich, die den neuen Nachbarn ein Stück mehr Mobilität ermöglichen. Mehr als 175 Fahrräder haben die Kürtener auf diese Weise schon bereitgestellt. Neben Dolmetscherpool, Fahr- und Notbereitschaft, Sprachkursen und Patenschaften ein Angebot konkreter Hilfe für die Flüchtlinge.

EIN TREFFEN ALS STARTSCHUSS

Begonnen hat alles mit einem runden Tisch zum Thema Flüchtlinge und Asyl. Nach dem Abend, zu dem viele Kürtener kamen und voller Tatendrang waren, trommelte Gemeindereferent Willi Broich fünf engagierte Ehrenamtliche zusammen. Das Ergebnis: Ein Konzept, wie den Flüchtlingen in Kürten konkret geholfen werden kann. Bereits am nächsten Tag war die Internetseite „fluchtpunkt.de“ online – der Beginn einer „unglaublichen und beispielhaften Hilfsaktion“, sagt Klaus Hagedorn, seit Januar 2015 als Koordinator für die Flüchtlingshilfe im Erzbistum Köln zuständig. Und auch die Koordinatorin für die pfarramtliche Flüchtlingsarbeit im katholischen Kreisdekanat Rheinisch-Bergischer Kreis Claudia Kruse findet nur lobende Worte für das enorme Engagement der Kürtener. Rund 150 ehrenamtliche Helfer gehören mittlerweile zum „Fluchtpunkt“.

HILFE DA, WO SIE GEBRAUCHT WIRD

Housing Committee, Dolmetscherpool, Fahr- und Notbereitschaft, Deutschkurse, Patenschaften für einzelne Flüchtlinge, eine Fahrradwerkstatt, ein Flüchtlings-Café – all das gehört zum Kürtener Flüchtlings-Netzwerk Fluchtpunkt. Aus insgesamt 26 Nationen kommen die Flüchtlinge, die in Kürten leben, die meisten stammen aus Syrien, Iran und Irak. „Es entsteht mit der Zeit ein Vertrauensverhältnis“, sagt Josef Büchel, ein pensionierter Lehrer, der Deutschkurse anbietet und sich darüber hinaus um einen serbischen Flüchtling kümmert. Aber nicht nur die Flüchtlinge profitieren von der großen solidarischen Hilfe der Kürtener. „Identitätsstiftend ist das, was wir tun“, sagt Gemeindereferent Willi Broich, „so eng haben wir hier noch nie zusammen gestanden“.

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„Es entsteht mit der Zeit ein Vertrauensverhältnis.“

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