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Barmherzigkeit Die Werke der Barmherzigkeit

Der Katechismus der katholischen Kirche unterscheidet zwischen den sieben leiblichen und sieben geistigen Werken der Barmherzigkeit. Die leiblichen Werke der Barmherzigkeit leiten sich aus der sogenannten Endzeitrede Jesu im Matthäusevangelium (Kapitel 25, Verse 34-46) ab, die geistigen Werke gehen auf den heiligen Augustinus zurück.

Die Werke der Barmherzigkeit sind weder moralisch zu verstehen, noch folgen sie dem Gedanken einer Belohnung für gute Taten. Sie sind vielmehr Ausdruck eines Handelns in der Nachfolge Jesu, das sich mit den Notleidenden identifiziert (Misericordia).

Mit der Ausrufung des Heiligen Jahres regt Papst Franziskus an, die Werke der Barmherzigkeit als Grundzüge christlichen Handelns neu zu entdecken.

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Die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit

  1. Hungrige speisen
  2. Durstige tränken
  3. Nackte bekleiden
  4. Fremde aufnehmenn
  5. Kranke pflegen
  6. Gefangene besuchen
  7. Tote bestatten

Die sieben geistigen Werk der Barmherzigkeit

  1. Unwissende lehren
  2. Zweifelnden raten
  3. Irrende zurechtweisen
  4. Trauernde trösten
  5. Lästige geduldig ertragen
  6. Beleidigungen verzeihen
  7. Für die Lebenden und Verstorbenen beten
Die Sieben Werke Bruder Klaus
Das um 1480 entstandene Meditationsbild diente dem heiligen Nikolaus von Flüe (ca. 1417–1487) zur Betrachtung des Leidens Jesu, der Eucharistie und der Dreifaltigkeit. Um das Zentrum mit dem Antlitz Gottes ordnen sich sechs Kreise mit den Großtaten der Liebe Gottes: Verkündigung, Geburt Jesu, Schöpfung, Passion, Kreuzestod und Eucharistie. Diese Abbildungen enthalten auch Symbole für die Werke der Barmherzigkeit: Ein Kleid für „Nackte bekleiden“, Krücken für „Kranke pflegen“, Brot, Fisch und Kanne für „Hungrige speisen“ und „Durstige tränken“, eine Kette für „Gefangene besuchen“, Pilgerstab und Tasche für „Fremde aufnehmen“ sowie ein Sarg für „Tote bestatten“.