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Barmherzigkeit Notfallseelsorge: Berufener für Notfälle

Notfallseelsorge

Michael Meichsner ist ein Feuerwehr- und Rettungsdienst-Fan und Seelsorger aus Leidenschaft. „Wo Seelsorge drauf steht, muss auch Seelsorge drin sein“, sagt er. „Und in der Arbeit als Notfallseelsorger ist das besonders wichtig, denn Tod und Trauer sind unsere ständigen Begleiter. Das kann ich nicht ändern, aber ich will es auch nicht ändern“. Seit 1998, als die katholische Notfallseelsorge im Erzbistum Köln entstand, ist Michael Meichsner dabei. Bereits seinen Zivildienst hat er beim Rettungsdienst absolviert. „Da habe ich mir den Virus eingefangen“, scherzt er, „und ich werde ihn wohl auch nicht mehr los“. Seit sechs Jahren ist der frühere Gemeindereferent Koordinator der Feuerwehr- und Notfallseelsorge in Köln. Er liebt seinen Beruf, und selbst das große Wort „Berufung“ passt zu Michael Meichsner wie der Dreikönigsschrein zum Kölner Dom.

„Wo Seelsorge drauf steht, muss auch Seelsorge drin sein.“

24-STUNDEN-DIENST

Insgesamt koordinieren er und sein evangelischer Kollege Holger Reiprich 19 Notfallseelsorger in Köln. Einer von ihnen hat immer Dienst. Darüber hinaus sind Meichsner oder Reiprich abwechselnd in sogenannter Hintergrundbereitschaft. Angefordert werden sie von der Leitstelle der Feuerwehr. Danach fahren Sie zu den Angehörigen der Toten und bieten ein Gespräch an. Obwohl mittlerweile viele mit Gott und Glauben nicht mehr viel anfangen können, darf Michael Meichsner bei häuslichen Todesfällen meist hereinkommen. Die Arbeit mit trauernden Angehörigen in deren Wohnung oder Haus ist für Meichsner und seine Kollegen der Normalfall. Der Absturz des Germanwings-Airbus am 24. März 2015 in den französischen Alpen, bei dem alle 150 Insassen ums Leben kamen, bedeutete dagegen auch für die Kölner Notfallseelsorger einen besonderen Einsatz. „Wir waren zwei Tage nach dem Unglück mit bis zu neun Kollegen am Flughafen Köln/Bonn und haben mit den Beschäftigten von Germanwings gesprochen. Das, was da geschehen war, war für alle unfassbar.“ Michael Meichsner und seine Kollegen teilen in diesen und vielen anderen Momenten den Schmerz und das Leid der Betroffenen. Ihre professionelle Distanz verlieren sie allerdings nicht dabei. Supervisionen und Gespräche untereinander helfen den Notfallseelsorgern bei der Verarbeitung der eigenen Gedanken und Gefühle. „Ich baue immer eine Beziehung zu den Menschen auf“, sagt Meichsner, „Empathie geht nicht auf Druckknopf, Empathie entsteht.“

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Notfallseelsorger Michael Meichsner in der Feuerwache in Köln-Ehrenfeld

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